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Kämmerer Armin Häuser weist Bürgermeister-Kritik am Haushaltsbeschluss
zurück – „Witzel beanstandet nachträglich eigene Vorlagen“
[12.01.11]
„Die Kritik des Bürgermeisters am gemeinsam von CDU, SPD und FDP
verabschiedeten Haushalt 2011 ist so nicht haltbar und fällt auf ihn
zurück.“ Dies betonte Armin Häuser, Erster Stadtrat und
CDU-Bürgermeisterkandidat, in einer Stellungnahme zur Ankündigung von
Bernd Witzel, dem Haushaltsbeschluss des Parlaments zu widersprechen.
„Viele Fragezeichen“ wirft nach Häusers Ansicht nicht der Haushalt auf,
sondern die Art der Amtsführung des derzeitigen Bürgermeisters. Die ist
nach seiner Einschätzung gekennzeichnet unter anderem von der wiederholten
Nichtteilnahme an wichtigen Beratungen und einem „sehr individuellen
Verhältnis zur Wahrheit“.
Beispiel Haushaltsberatung: Während der Haushaltsberatung sowohl im
Magistrat als auch in den Ausschüssen und im Parlament habe Witzel
„überwiegend durch Abwesenheit geglänzt“, erläuterte Häuser. Stattdessen
erhebe er zu beliebigen Themen spontane, sich teilweise selbst
widersprechende Forderungen, die weniger von Fakten als von seiner eigenen
Tagesform beeinflusst seien. Dazu passe es, wenn er nun dem Haushalt, der
während der Beratungen nur geringfügig verändert wurde, widersprechen
wolle, weil ihm die Mehrheit nicht passe, die ihn beschlossen habe.
Beispiel Kindergartengebühren: Hier habe Witzel, der jetzt populistisch
jede Erhöhung ablehne, anlässlich der Haushaltsberatungen 2009 dem
Magistrat persönlich eine Erhöhung um 15 Euro monatlich vorgeschlagen.
„Nachdem ihn seine eigene UWG-Fraktion zurückgepfiffen hatte, wollte er in
den Öffentlichkeit den Vorschlag mir als Kämmerer in die Schuhe schieben.
Mut und Verantwortungsbewusstsein sehen anders aus“, erklärte Häuser. Er
selbst habe dann in seinem Konzept zur Haushaltskonsolidierung
vorgeschlagen, den Prozentsatz festzulegen, mit dem Eltern sich an den
Kindergartenkosten beteiligen. „Zurzeit sind dies 7,5 Prozent, das heißt:
Wo die Eltern 7,50 Euro für den Kindergartenplatz bezahlen, schießt die
Stadt 92,50 Euro zu“, so Häuser. Die Festlegung eines Prozentsatzes würde
nach seiner Meinung die Diskussion versachlichen: „Dann könnten die
Elternbeiräte der Kindergärten bei jeder gewünschten Verbesserung
überlegen, ob ihnen diese Verbesserung eine entsprechende anteilige
Erhöhung der Gebühren Wert ist. Das ist transparent und fair“, betonte
Häuser. Mittelfristig hofft er auf eine generelle Gebührenbefreiung. Dies
sei, wie in seiner Haushaltsrede dargestellt, möglich, soweit das Land
Hessen nach gewonnener Verfassungsklage zum Länderfinanzausgleich hierfür
einen finanziellen Ausgleich leiste.
Beispiel Grundstücksverkäufe: Hier kritisiere der Bürgermeister nun die
Veranschlagung im Nachtragswirtschaftsplan 2010 des Kur- und
Servicebetriebes und im Wirtschaftsplan des Kur- und Servicebetriebes für
das Jahr 2011. „Beide Beschlussvorlagen für die Betriebskommission tragen
Witzels Unterschrift, und er trägt als zuständiger Dezernent für den Kur-
und Servicebetrieb die Verantwortung. Er beanstandet also nachträglich
seine eigenen Vorlagen“, zeigte sich Häuser verwundert. Witzel trage
darüber hinaus die Verantwortung dafür, dass der Kur- und Servicebetrieb
nach fünf Jahren noch keinen wesentlichen Konsolidierungserfolg aufweisen
könne: „Zum Teil gegen die Vorschläge der Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter“ weigere sich der Bürgermeister, den (außerordentlich
aufwändigen und teuren) Grünpflegestandard zu überprüfen und zu
modifizieren.
Beispiel Trinkkuranlage: Witzel allein ist es nach Meinung Häusers
zuzuschreiben, dass die Sanierung der Trinkkuranlage zur unendlichen
Geschichte wird und statt 6 Millionen Euro für die vollständige Sanierung
nun weit über 7 Millionen Euro für eine Teilsanierung verschlingt. „Hier
zeigt sich, dass Witzel, der selbst gerne auf seine Ausbildung als
Kaufmann verweist, dann, wenn es um Finanzierungen geht, vollständig
versagt“, urteilte der Kämmerer. So, wie er 2009 für über 12 Millionen
Euro ein neues Eisstadion bauen wollte, ohne einen Investor dafür zu
haben, baue er in der Trinkkuranlage „weiter munter darauf los“ und
versuche zum Schluss noch die Verantwortung denen zuzuschieben, die im
Kommunalisierungsvertrag nicht mehr als 6 Millionen Euro ausgehandelt
hätten. „Fakt ist: auch ein Bernd Witzel als Bürgermeister muss
akzeptieren, dass das Etatrecht bei der Stadtverordnetenversammlung liegt.
Wenn das Parlament 6 Millionen Euro für die Trinkkuranlage zur Verfügung
stellt, muss die Sanierung sich eben in diesem Rahmen bewegen und kann
nicht beliebig ausufern“, betonte Häuser.
Es spreche für sich, so Häuser, dass Witzel die von ihm nun der
Kommunalaufsicht gemeldeten rechtlichen Bedenken während der gesamten
Haushaltsberatung kein einziges Mal geäußert habe. „Politik – auch
Kommunalpolitik – braucht Verlässlichkeit, konstruktive Diskussion und
Nachhaltigkeit. Dem hat der Bürgermeister sich vollständig verweigert, vor
allem hat er selbst überhaupt nicht zu der von der Kommunalaufsicht
geforderten Haushaltskonsolidierung beigetragen. Dass er dann all
diejenigen in Verwaltung und Parlament beschimpft, die sich redlich um
eine Reduzierung der Ausgaben bemüht haben, passt zu seinem allgemeinen
Verhalten und bedarf keines weiteren Kommentars“, erklärte der Kämmerer.
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